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Bei einem Bandscheibenvorfall hilft die richtige Physiotherapie

Kaum ein orthopädisches Krankheitsbild ist so gefürchtet wie der Bandscheibenvorfall. Für Betroffene äußert er sich durch scheinbar völlig unangekündigte, massive Schmerzen im gesamten Körper. Auftreten kann dies direkt beim Sport oder aber in einer Alltagssituation. Im Moment des Bandscheibenvorfalls ist für Betroffene dabei verständlicherweise nicht immer klar, dass die Schmerzen in Beinen, Armen und sogar Kopf von der Wirbelsäule – genauer gesagt einer der Bandscheiben – abgestrahlt werden. Als konservative Behandlung kann eine zielgerichtete Physiotherapie dazu dienen, diese Schmerzen wesentlich zu lindern.

 

Der Bandscheibenvorfall im Detail

Nach der Bedeutung des Begriffes gefragt, werden viele nicht direkt betroffene Menschen wahrscheinlich einfach an „Rückenschmerzen“ denken – denn auf diese Weise äußert sich der Bandscheibenvorfall im Normalfall. Der eigentliche medizinische Hintergrund der Symptome ist jedoch komplexer und kann zum besseren Verständnis der Erkrankung, zu ihrer Therapie und auch zur Vorsorge entscheidend beitragen:

Was ist eine Bandscheibe und warum kann sie schmerzen?

Die Wirbelsäule ist ein äußerst komplexes Konstrukt im menschlichen Rücken, das aus insgesamt 24 Wirbeln besteht. Diese Wirbel stehen frei, werden jedoch über 23 Bandscheiben aus Knorpelmasse beweglich miteinander verbunden, wodurch die Wirbelsäule flexibel bleibt.

Ein Nachteil dieser Konstruktion ist die Tatsache, dass die Bandscheiben nicht über den eigentlichen Blutkreislauf mit Nährstoffen versorgt werden. Die Nährstoffaufnahme geschieht hier über semipermeable Membranen – dieses Gewebe umgibt die Bandscheiben und erlaubt bestimmten Nährstoffen, durch den Körper in die Wirbelsäule zu diffundieren.

 

 

Hausbesuche durch Florian Hagen bei Bandscheibenvorfall

Bei langfristigem Überstrapazieren im Sport sowie bei genetisch bedingter oder durch eine ungesunde Lebensweise hervorgerufener Nährstoffunterversorgung können diese Membrane reißen oder absterben.

Ist dies geschehen, trocknet beispielsweise der zum größten Teil aus Wasser bestehende Gallertkern der betroffenen Bandscheibe mit der Zeit aus – oder der umgebende Knorpelring wird brüchig und verformt sich. Ist einer dieser beiden meist langwierigen Vorgänge abgeschlossen, kommt es zum Bandscheibenvorfall. Hier drückt oder reibt dann meist ein Knochen- oder Knorpelstück auf einen Nerv, der bei einer gesunden Wirbelsäule durch Gewebe und Gallert vor Erschütterungen und mechanischen Kräften geschützt werden würde.

Die effektive Prävention eines Bandscheibenvorfalls durch Physiotherapie

Viele Bandscheiben-Patienten werden über verschiedene Formen der invasiven Medizin geheilt – von Injektionen ins Rückenmark bis zur ausgewachsenen Operation an der Wirbelsäule. Denn sobald sich Probleme an den Bandscheiben für den Patienten erst mal durch Schmerzen bemerkbar gemacht haben, kann das Problem schon zu weit fortgeschritten sein, um durch eine Physiotherapie wirksam behoben zu werden.

Zwar hat die Physiotherapie dennoch ihren Nutzen bei der Behandlung eines Bandscheibenvorfalls, doch ihre einzigartigen Vorteile zeigen sich insbesondere in der Prävention:

Da ein Bandscheibenvorfall meist im Zuge einer Nährstoffunterversorgung der Membrane auftritt, kann beispielsweise eine präventive Physiotherapie mit Massagen für den Patienten von großem Nutzen sein. Hier kann der Stoffwechsel im Körper gezielt angeregt und gestärkt werden, wodurch einer Nährstoffunterversorgung mit darauffolgendem Bandscheibenvorfall vorgebeugt wird. Auch Packungen aus warmem Vulkanschlamm (Fango), dessen feuchte Wärme besonders tief ins Gewebe einzieht, oder einfach die klassischen Übungen der Krankengymnastik können der Ausbildung eines Bandscheibenproblems entgegenwirken.

 

Welche Heilmethoden gibt es für den Bandscheibenvorfall?

Ist es jedoch zu spät und ein bereits eingetretener Bandscheibenvorfall soll durch eine Behandlung geheilt werden, bieten sich zwei Herangehensweisen an.

Die sogenannte konservative Therapie beinhaltet Methoden der Behandlung, für die nach einem Bandscheibenvorfall kein echter operativer Eingriff notwendig ist:

  • Schmerztherapie
  • Physiotherapie
  • Wirbelsäulen-Injektionen (PDI, PRT)

Im Gegensatz zu diesen eher körperschonenden Herangehensweisen ist auch eine endgültige operative Therapie möglich:

  • Diskektomie
  • Minimalinvasive Operation
  • Offene Bandscheiben-Operation

Von all diesen Therapie-Methoden nimmt die Physiotherapie gewissermaßen eine Sonderstellung ein: Einerseits kann sie durch ihre vollständig nicht-invasive Natur bei einer drastisch beschädigten Bandscheibe keine Heilung versprechen. Andererseits ist die Physiotherapie die gleichzeitig verträglichste und erfolgversprechendste Methode der Therapie.

 

Die Physiotherapie nach dem Bandscheibenvorfall

Eine Physiotherapie kann entweder als Präventivmaßnahme, als Genesungsunterstützung nach einer Operation, oder als alleinstehende Therapie zur Linderung von Schmerzen ausgeführt werden. Wer also bereits einen Bandscheibenvorfall erlitten hat und eine nicht ganz risikoarme Operation ablehnt, kann über die Physiotherapie zwar nicht geheilt werden – jedoch ist es durch die entsprechenden Behandlungen problemlos und praktisch risikofrei möglich, chronische und subakute Schmerzen zu lindern und dem Patienten eine normale Bewegungsfähigkeit und damit ein normales Leben trotz Bandscheibenschaden zu ermöglichen.

Zum Einsatz kommen kann hier ein Großteil des physiotherapeutischen Repertoires an Übungen. Die typische Krankengymnastik mit oder ohne Geräte dient hier insbesondere dem Wiederaufbau der normalen Körperfunktionen, sobald der Schmerz nach dem Bandscheibenvorfall erfolgreich bekämpft wurde. Eine Physiotherapie kann einen Bandscheibenvorfall lindern, jedoch nicht vollständig heilen. Ihr wahrer Wert liegt in der präventiven Physiotherapie, die Ihnen auch eine Operation langfristig erspart.

Gerade, wenn der schmerzende Bandscheibenvorfall noch ein merkliches Hindernis für die Krankengymnastik darstellt, wird hier jedoch häufig zuerst zur manuellen Therapie oder zur Extensionstherapie gegriffen. In unserer Praxis in Würzburg kann eine solche Physiotherapie sogar mit einem hochmodernen und komfortablen Schlingentisch stattfinden. Zur anfänglichen Schmerzlinderung beim Bandscheibenvorfall sowie zur Begleitung der aktiven Physiotherapie bietet sich wiederum die gesamte Bandbreite der passiven Therapien an, von den unterschiedlichen Formen der Rücken-Massage über die Elektro- und Ultraschalltherapie bis zur Wärme- und Kältebehandlung.

 

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