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Kiefergelenk.

Die erfolgreiche Physiotherapie für ein Kiefergelenk

Eine Erkenntnis der modernen Medizin ist die Tatsache, dass Symptome am Patienten nicht zwangsläufig dort entstehen, wo eine Erkrankung ihren Ursprung hat. Im Bereich der Physiotherapie wird diese Maxime spätestens dann klar, wenn das Kiefergelenk als Problemzone identifiziert wird. Eine sogenannte ‚craniomandibuläre Dysfunktion’ (CMD), also eine Kiefergelenksfehlstellung mit einhergehender Einschränkung der Bewegungsfunktion kann nämlich Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Bereiche der menschlichen Physiologie haben.

 

Wie macht sich eine Fehlstellung am Kiefergelenk bemerkbar?

Auf den ersten Blick scheint klar: Probleme am Kiefergelenk machen sich selbstverständlich durch Schmerzen am Kiefer oder über eingeschränkte craniomandibuläre Bewegungsfähigkeit bemerkbar. Doch medizinische Tests legen nahe: CMD kann auch massive Symptome in scheinbar gänzlich unbetroffenen Körperregionen zur Folge haben. Zu den typischen Symptomen eines Problems am Kiefergelenk zählen beispielsweise:

  • Tinnitus und Ohrenschmerzen
  • Schmerzen in Rücken und Brust
  • Schwindelgefühl, Migräne
  • Einschränkungen im Sehvermögen
  • Herzrhythmusstörungen

Wie Fäulnis in den Zähnen, die mit der Zeit bis zum Herzen wandern und dort kardiologische Probleme verursachen kann, kann eine cranioman-dibuläre Dysfunktion also der eigentliche Auslöser verschiedenster Beschwerden sein, ohne vom Arzt sofort als solcher erkannt zu werden. Sogar wenn ein ausgebildeter Zahnarzt tatsächlich eine Kieferfehlstellung diagnostiziert, kann es noch Wochen oder Monate der Therapie dauern, bis sich herausstellt, dass das Kiefergelenk damit auch für verschiedene andere Beschwerden eines Patienten verantwortlich ist.

Aus diesen Gründen kann es zur erfolgreichen Diagnose und vor allem zur schmerzfreien Behandlung von CMD durch eine Physiotherapie nützlich sein, die Möglichkeit einer solchen Verbindung von Symptomen und Ursachen im Vornherein zu kennen. Sollten Sie unter ähnlichen Problemen leiden, kann es auch für einen ausgebildeten Arzt oder Zahnarzt hilfreich sein, auf die Möglichkeit einer Kiefergelenkserkrankung hingewiesen zu werden. Dieser Verdacht kann dann beispielsweise durch das Röntgen Ihres Kiefers bestätigt oder verworfen werden, was einer schnellen Therapie letztlich sehr zuträglich ist.

Physiologische Ursachen

Tritt eine Störung am Kiefergelenk ohne psychologische Komponente auf, hat dies seinen Ursprung geradezu zwangsläufig im physischen oder biochemischen Bereich. Die eigentlichen Ursachen können hier wiederum vielfältig sein:

  • Genetische oder hormonelle Prädisposition
  • Haltungsstörungen
  • Zahnfehlstellungen

Eine physiologische CMD erzeugt auf Dauer ohne Physiotherapie meist ernste physische Probleme. So kann es nicht nur zu Verletzungen in der Kiefermuskulatur kommen, sondern auch zu Verschiebungen des Knorpeldiskus im Kiefergelenk oder gar permanente Formveränderungen der eigentlichen Gelenkknochen.

Aufgrund der individuellen Auslöser und des spezifischen Krankheitsbilds erfordert eine craniomandibuläre Dysfunktion auch eine individuelle Physiotherapie. Ist das Kiefergelenk beispielsweise aufgrund von Haltungsstörungen funktionsgestört, können über die gezielte Krankengymnastik unterschiedliche Körperzonen trainiert werden, um eine natürlichere Körperhaltung des Patienten mittels Therapie zu unterstützen.

Psychologische Ursachen

Ein oft unterschätzter Grund für CMD liegt im psychologischen Bereich – viele Menschen spannen, beispielsweise bei Stress, die Kiefermuskulatur übermäßig an, wodurch sich die Muskeln verletzen oder verklemmen, oder sogar das eigentliche Gelenk in eine unnatürliche Position gezwungen wird. Eine derartige Erkrankung macht sich häufig über Zähneknirschen bemerkbar.

Bei einem psychologischen Auslöser führt eine eventuelle Physiotherapie am Kiefergelenk vor allem Zusatzfunktionen aus, zählt hier also zu den Begleittherapien. Während der Auslöser – etwa das Anspannen der Muskulatur unter Stress – von einem Spezialisten auf psychologischer Ebene behandelt wird, lindert die Physiotherapie Schmerzen am Kiefersystem und regt die natürlichen Heilungsprozesse möglicherweise bereits geschädigter Kiefermuskeln an. Durch eine manuelle Massage-Behandlung der Kiefer- und Nackenmuskulatur im Rahmen der Physiotherapie werden beispielsweise verklemmte Muskelstränge gelöst und damit Schmerzen gelindert, bis die eigentliche Ursache des Problems über eine psychologische Therapie geheilt worden ist.

 

Der Heileffekt durch Physiotherapie am Kiefergelenk

Nach einer erfolgreichen Diagnose von CMD und dem Eruieren der Ursachen kann die Physiotherapie in unterschiedlichem Maß zur Heilung beitragen. Gerade bei muskelbedingter Dysfunktion am Kiefergelenk reicht eine Physiotherapie oftmals schon aus. Hierbei werden die Muskeln gezielt gepflegt und gestärkt oder es wird eine Umstrukturierung der Muskelmasse angeregt.

Besonders bei degenerativen Gelenkerkrankungen kann die Physiotherapie jedoch oft nur eine unterstützende Funktion einnehmen. Ist etwa die Diagnose zu spät erfolgt und hat sich das Gelenk bereits auf mechanischem Wege verformt, kann oftmals nur eine tatsächliche invasive orthopädische Behandlung auf Dauer für Heilung sorgen. In einem solchen Fall trägt eine Physiotherapie, etwa durch Massage-Techniken, zur Entlastung des Kieferapparats bei oder unterstützt nach einer Kieferoperation die Heilung von Muskeln und Gewebe.

Bei CMD spart eine frühe Behandlung Zeit und Geld

Strukturelle, biochemische, funktionelle oder psychologische Probleme am Kiefergelenk werden von vielen Krankenkassen anerkannt – dem Patienten wird hier meist vom Zahnarzt eine Physiotherapie verschrieben, deren Kosten von den Krankenkassen ganz oder teilweise übernommen werden.

Wer jedoch nicht warten möchte, bis eine Kiefergelenksfehlstellung zur Aufgabe für die Orthopädie geworden ist, kann bei entsprechenden Beschwerden auch vorsorglich eine Physiotherapie am Kiefergelenk in Anspruch nehmen. Hierbei wird der Bewegungsapparat im Kiefer trainiert, gepflegt und gegebenenfalls gerichtet, bevor er zu ernsthaften Problemen führen kann.

Leiden Sie unter Schmerzen oder anderen Beschwerden, die sich möglicherweise auf CMD zurückführen lassen, können wir in unserer Praxis in Würzburg von der Beratung bis zur professionelle Behandlung in Form einer Physiotherapie eine Vielzahl an Hilfestellungen leisten, um Sie letzten Endes erfolgreich von Ihren Leiden zu befreien – eine kostspielige und aufwändige invasive Behandlung am Kiefergelenk bleibt Ihnen dadurch vielleicht sogar gänzlich erspart.

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